Notos Quartett

27.09.2020: Notos Quartett

Auf Einladung des Städtischen Musikvereins gastiert am Sonntag dem 27.09.2020, das Notos Quartett in der Jakobikirche:

  • Sindri Lederer, Violine
  • Andrea Bruger, Viola
  • Philip Graham, Violoncello
  • Antonia Köster, Klavier

Das Konzert beginnt um 18.00 Uhr

Programm

  • Gustav Mahler: Klavierquartettsatz a-moll
  • Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierquartett Es-Dur (KV 493)
  • Johannes Brahms: Klavierquartett A-Dur, op. 26

G. Mahler ist eigentlich eher für seine großbesetzten und tiefgründigen sinfonischen Werke berühmt. Aber in seiner Wiener Konservatoriumszeit schrieb er eine Reihe kammermusikalischer Studienwerke Nur dieser Klavierquartettsatz blieb erhalten. Mahler selbst schrieb: „Das Beste davon war ein Klavierquartett, welches am Schluss der 4-jährigen Zeit am Konservatorium entstand und das großen Gefallen erregte. Graedener behielt es monatelang bei sich und es gefiel ihm so, dass er es bei Billroth zur Aufführung brachte. Bei einer Preiskonkurrenz, zu der ich das Quartett nach Russland schickte, ist es mir verloren gegangen.“
Auch wenn der Komponist erst 17 Jahre alt war, erinnert die Motivkonzentration an Brahms und die sinfonische Dimension an Bruckner.

W.A. Mozart schrieb  nur zwei Klavierquartette. Vielleicht war diese Gattung noch zu neu und noch nicht so beliebt. Das zweite Quartett Es-Dur ist heller und konzertanter als das erste in g-moll. Klavier und Streichtrio stehen sich erst deutlich gegenüber, bevor sie in den Dialog kommen. Das Finale in Form eines Rondos ist bemerkenswert, in dem es den Stil der anspruchsvollen Kammermusik mit dem Stil der opera buffa verbindet.

J. Brahms ist bekannt als hyperkritischer Mensch gegenüber seinen eigenen Werken. Viele Streichquartette hat er selbst verbrannt! Opus 26 lag erst noch ein Jahr, bevor Brahms es für die Premiere in Wien vorbereitete und dann während Proben noch ganze Passagen änderte. Der Aufwand zahlte sich aus: der 1. Satz gilt als einer der bedeutendsten in Brahms‘ Frühwerk durch die dramatische Verwandlung der lyrischen Themen. Das spielerische Hauptthema wird in einen melancholischen Gesang verwandelt. Der 2. langsame Satz wird oft biografisch gedeutet wegen seiner düsteren und schmerzlichen Themen, aber er beruht eigentlich auf einer einfachen strukturellen Idee: eine von Streichern ummalte Klaviermelodie wandert in die hohe Streicherlage und hat im Mittelteil des Streichtrios eine wunderschöne Referenz an Mozart. Der 3. Satz, das Scherzo, ist wirklich ein Scherz, eine Zitatensammlung: Thema aus einer Bach Partita, Überleitung aus Schumanns B-Dur Klaviertrio, zweites Thema aus Schumanns A-Dur Streichquartett, am Schluss typisch Brahms ungarisch.

Das Notos Quartett gilt als herausragend. Günter Pichler vom Alban-Berg Quartett hält sie für das beste ihm bekannte Klavierquartett! Ein Quartett mit Rückgrat: Die Künstler gaben den ihnen 2017 verliehenen ECHO Klassik zurück, als 2018 Kollegah und Farid Bang trotz antisemitischer Texte in HipHop ausgezeichnet wurden. Im Endeffekt bewirkte dies die Abschaffung und Neubesinnung dieses Preises.

Bitte, beachten Sie, dass Sie auf dem Weg zum und vom Sitzplatz einen Mund-Nase-Schutz tragen müssen und dass Sie Ihre Kontaktdaten aufschreiben für die Rückverfolgung im Falle einer Infektion. Die Daten werden zuverlässig nach vier Wochen vernichtet.

Beitragsbild von notoquartett.de mit freundlicher Genehmigung.